Lange Tage und angenehme Nächte

14. August 2014

Funkturm

Ich war Samstag beim Wirt. Auf ein paar Meter* Bier. Hatten zwei Spezl von jemandem geschenkt bekommen. Ich bin da dann auch mit. Ging schließlich zu dem Wirt mit dem besten Bier und Surbraten...

Nun, wie es so ist in der Modernen Informationsgesellschaft, ist irgendjemand dabei, der ständig sein Smart-oder iPhone (Ja, das sind zwei verschiedene Dinge) in der Hand hat. Schon ging die Schreierei los. Fürs Protokoll, ich war weder der Schreier noch der exzessive* Handyspieler

“Jetz’ dua hoid moi dei Handy weg”

“Muasst du ständig mit dem Ding rumspuin?! Host uns nix zum sogn!?”

Dann fiel der Satz, der den ganzen Tag/Abend verändern sollte.

“Bei uns in der Bar is immer so a Gruppn Leid, die legn ihre Handys olle zam und der der ois erster hi grabscht muas a Rundn Schnaps zoin.”**

Ja, hielten alle für eine grandiose Idee und so wurden die Smart-/iPhones der Anwesenden in der relativen Tischmitte aufgetürmt. Der Größe nach natürlich. Ich hatte das größte Teil. Zumindest bis der mit dem Windowsphone eintraf. Tut überhaupt nichts zur Sache, musste dennoch erwähnt werden.

Fortan hat natürlich keiner mehr mit seinem Handy gespielt. Dennoch ging es Thematisch nur noch um die Dinger.

“Was wenn meine Eltern anrufen?…”

“Hey, der Tisch vibriert, jemand bekommt nen Anruf” *kreisch* <- Wie kleine Kinder.

*mehrkreisch* “Da blinkt ein Handy!!!!!!!!” Glaubt’s mir, die Ausrufezeichen hat man gehört. Ich hab nachgezählt.

Das blinkende Handy war meins. Tut nichts zur Sache, sollte dennoch nicht unerwähnt bleiben.

Es kamen dann zwei weitere Gäste und es wurde kurzzeitig die Berührung-gegen-Schnapps-Regel aufgehoben. Schließlich musste der Turm neu gestapelt werden. Jetzt lag das fette Windowsphone unten. Nur um es noch mal erwähnt zu haben. Zur Sache tut es immer noch nichts.

Naja, und mit zunehmenden Metern* an Bier wurde mehr über die Regeln diskutiert. Natürlich kamen jetzt auch die kindischen Versuche jemandes Hand zu nehmen und damit den Turm zu zerlegen. Irgendjemand muss ja Schnaps zahlen.

Der Hölle sei Dank gab es nur zwei Runden Schnaps.

Das Taxi (ein mal zur Tanke und ein mal Heim) wurde per Telefon vom Wirt bestellt, da ja keiner was Zahlen wollte.

Bin mir nicht ganz sicher, ob das Ganze so Ideal ist mit dem Handy stapeln. Klar, es guckt nicht ständig jeder in sein Smartphone. Dafür ging es bestimmt die Hälfte der Zeit nur um den blöden Turm. “Irgendeins vibriert, blinkt, klingelt…” Diskussionen um die “Regeln” Klar wurde sich auch noch so unterhalten. Ich wage aber zu behaupten das wir uns nicht weniger unterhalten hätten wenn jeder sein Telefon bei sich gehabt hätte. Die zwei Runden Schnaps hätten wir uns auch gespart.

Bier hat beim Anstoßen auch jemand über den Haufen gekippt.

Natürlich musste erst wieder Diskutiert werden, ob man die Handys abwischen darf ohne Schnaps bezahlen zu müssen…

AUSSERDEM HATTE ICH MEINE ARMBANDUHR ZU HAUSE VERGESSEN UND KONNTE NICHT AUF DIE UHR KUCKEN. DEN GANZEN VERFICKTEN TAG NICHT!

Das. war. die. Hölle.

Aber, das Bier war super (obwohl kein Weißbier) und der Surbraten war auch wieder grandios. Es ist keiner Aufgrund von Smartphone Entzug durchgedreht. Ich bin mit Gesichtscreme heim gekommen. Ich war vor Zehn daheim. Wir werden alt. Bevor wieder nach BILDERN geschrien wird, es war mir unmöglich Fotos zu machen. Ich finde die Idee an sich mit den Handys auf nen unberührbaren Haufen werfen gar nicht soooooo schlecht. Aber ob es jetzt wirklich besser ist, dass dafür den halben Abend die Diskussion nur darum geht wer wann was zahlen muss, sei mal dahin gestellt. Zumindest beschäftigen sich die Leute miteinander. Wird wohl das Ziel davon sein. Hab ich schon erwähnt das ich meine Uhr vergessen hatte und daher ständig jemanden um die Uhrzeit anschnorren musste? Die Hölle war das sag ich euch. Die Hölle.

 

 

* bei der besuchten Gaststätte kann man Bier in Metern bestellen. Also so ein Holztragerl mit 8 Halben drauf.

** So oder so ähnlich. Für wortwörtliche Wiedergabe is mein Gedächtnis zu schlecht.

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